Das Museum der Narrenakademie

Als Narrenmühle diente anfangs die nördlich der Stadt gelegene Tränkmühle. Sie brannte 1880 ab. Es regte sich nicht sogleich der Wunsch nach einem Wiederaufbau oder nach einem neuen Versammlungsort als Treffpunkt für die Narrenakademie.

Das wuchs erst im Laufe vieler Jahre heran. Mächtiger als das Verlangen, eine neue Narrenmühle zu erhalten, war zunächst eine andere Zeitströmung: die Heimatmuseumsbewegung. Ein solches sollte auch Dülken bekommen.

Museum Narrenmühle

Städtisches Museum

1906 erwarb die Stadt Dülken deshalb im Süden vor dem Gladbacher Tor die 1809 errichtete Holtz’sche Kornwindmühle.

1912 wurde sie um 1,80 m angehoben und erhielt einen Unterbau. Er diente zur Einrichtung eines städtischen Museums, das man am 8. September 1912 eröffnete.

Abbildung Kornwindmühle 1912

Exponate aus Übersee

Das Museum enthielt Gegenstände der Dülkener Narrenakademie und Sehenswürdigkeiten überseeischer Länder.

Letztere gingen auf Schenkungen und Leihgaben des Dülkener Kolonialbeamten Heinrich Mostertz (1884 – 1975) zurück.

Abbildung Sehenswürdigkeiten überseeischer Länder

Verwaltung von Mühle und Museum

Die Verwaltung der Mühle ging 1936 in die Hände des Orpheums und 1937 in die der Narrenakademie über. Sie richtete dort erneut ein Museum ein, und präsentierte ihre Geschichte in elf Vitrinen.

Nach einer kriegsbedingten Pause und Beseitigung kleinerer Schäden öffnete das Museum 1952 wieder. 1961 ordnete G. Perdelwitz die Bestände neu mit dem Ziel, kuriose Gegenstände auszustellen.

Abbildung Narrenakademie 1937

Renovierung und Neugestaltung

Nach 40 Jahren stand eine gründliche Renovierung und Neugestaltung an, wozu sich 2001 der Förderverein der Narrenmühle-Viersen-Dülken e.V. gründete. Noch im selben Jahr konnte der Museumsraum im Unterbau neu geordnet und fertiggestellt werden.

Ein Gang durch das Museum zeigte eine umfangreiche Sammlung an Dokumenten und eine Vielzahl von Kuriositäten zur Geschichte der Dülkener Narrenakademie.

Museum Narrenmuehle

Der Große Weisheitssaal

Über dem Museum im Unterbau der Mühle befindet sich der sogenannte „Große Weisheitssaal“. Ursprünglich war es der ehemalige Mehlspeicher. Zur Eröffnung des akademischen Neujahres im April und vor Beginn des Ritts um die Mühle am 11.11. tagen die Senatoren im Großen Weisheitssaal. Er erhielt seine Gestaltung 1950, dann vor allem 1963/4, bevor 2009 eine hellere Raumfassung für ein moderneres Erscheinungsbild sorgte.

Eichenstühle dienen als Sitzgelegenheit und tragen den närrischen Namen des betreffenden Senators mit seinem Emblem in der Lehne. Zusätzlich stehen auf den Regalbrettern über den Sesseln Schnitzwerke mit allegorischen Darstellungen, die auf den Namen oder die Tätigkeit des jeweiligen Senators abheben, die sogenannten Senatorengeheimnisse. Die meisten davon wurden 1963 durch Herbert Strauch geschaffen. 

Abbildung Weisheitssaal

Der Steinspeicher

Im obersten Raum der Mühle -im sogenannten Steinspeicher- ist die Funktionsweise einer Windmühle noch ablesbar. Das Mahlwerk und der im Frühjahr 1995 durch einen niederländischen Mühlenbauer rekonstruierte Einfüllschacht für das Getreide zeigen den Arbeitsplatz des Müllers und mit welchen Mitteln und unter welchen Bedingungen er seine Arbeit im 19. Jahrhundert verrichten musste.

Im Kammrad sind das Gründungsjahr der Mühle (1809) und der Name ihrer Besitzerin (Wittib Holtz) eingeschnitzt. Die Wände dieses Raumes wurden zusätzlich als Ausstellungsfläche zur Geschichte der Narrenakademie genutzt.

Abbildung Kammrad

Öffnungszeiten

In den Monaten Mai bis September werden ehrenamtlich jeweils sonntags von 11 – 12 Uhr Führungen durch die Narrenmühle angeboten.

Darüber hinaus sind Besichtigungen auch außerhalb der Öffnungszeit nach Vereinbarung möglich und werden regelmäßig das Jahr über nachgefragt.


Anschrift der Narrenmühle:
Rheindahlener Str. 11
41751 Viersen-Dülken

Individuelle Besichtigung anfragen:
Nutzen Sie zur Termin-Vereinbarung einfach unser Kontaktformular oder schreiben Sie eine E-Mail an: info@die-narrenmuehle.de


Aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Narrenmühle ist das Museum bis Ende 2020 geschlossen.

Die Narrenmühle in Dülken